In unserem Blog veröffentlichen wir in regelmässigen Abständen interessante Fälle aus unserem Klinikalltag. 

 

Vor einigen Tagen wurde uns Totya im Notfalldienst vorgestellt. Sie zeigte seit drei Tagen starkes Erbrechen und wurde progressiv apathischer. Bei Vorstellung war sie in sehr kritischem Allgemeinzustand, hatte Untertemperatur, war stark ausgetrocknet und zeigte einen zu tiefen Blutdruck – Totya ging es gar nicht gut.

In der Blutuntersuchung fanden wir besorgniserregende Veränderungen, wie einen stark erhöhten Kaliumspiegel und einen zu tiefen Blutzucker. Zusammen mit der Vorgeschichte und den Blutveränderungen bestand sofort der Verdacht auf eine Addisonkrise, was wir dann auch mittels speziellem Hormontest bestätigen konnten. Totya wurde bei uns in der Klinik intensivmedizinsch betreut und hat sich gut erholt. Sie konnte mit Medikamenten, die sie lebenslang erhalten muss, nach Hause entlassen werden. Wir freuen uns, dass sich Totya so gut erholt hat!

Weitere Informationen zum M. Addison finden Sie hier.


Erleichterung für unsere Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckererkrankung)

Es handelt es sich um ein innovatives, kontinuierliches Glukosemessgerät der neusten Generation, welches Hunden und Katzen ohne Sedation oder Narkose unter die Haut implantiert wird. Anschliessend misst das Gerät während 14 Tagen konstant den Zuckerwert und der Wert kann mittels eines Lesegerätes, das in die Nähe des Sensors gehalten wird, abgelesen werden. Es muss zur Blutzuckermessung nicht mehr stetig am Ohr Blut genommen werden und somit erhöht sich die Lebensqualität von Mensch und Tier.

Zusätzlich gibt uns dieses Gerät speziell für schwer einstellbare Patienten oder Patienten, die in der Nacht unterzuckern, die Möglichkeit, sie besser und genauer zu überwachen bzw. einzustellen.

Hier sehen Sie unseren Patienten Othello bei der Implantation des Sensors:

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an uns.


November 2017

Liebe Kundinnen und Kunden,

diese Woche haben wir wegen Umbauarbeiten einen reduzierten Klinikbetrieb. Wir sind aber täglich jeweils von 8-9 Uhr und von 17-18 Uhr für Futter- und Medikamentenbezüge für Sie da. Im Notfall bitten wir Sie, sich an die Tierklinik Masans in Chur zu wenden.

Wir freuen uns, Sie ab dem 20.11.17 wieder bei uns begrüssen zu dürfen.

Vielen Dank für Ihr Verständnis 

Ihre Tierklinik Burkhardt

 
 
 
 

Oktober 2017

Diese Woche wurde uns ein 11 jähriger Mischlingshund mit unstillbarem Erbrechen seit dem Vortag vorgestellt. In der Vorgeschichte wurde vom Besitzer angegeben, dass er die vorhergehenden Tage mehrmals Maiskolben direkt vom Maisfeld gegessen hatte. Wir haben Röntgenbilder vom Bauchraum angefertigt und es bestand der hohe Verdacht auf einen Darmverschluss durch ein Stück eines Maiskolbens.


Der Patient wurde notfallmässig operiert und das Stück vom Maiskolben konnte aus dem Darm entfernt werden. 

 

Der Patient hat sich gut erholt und konnte am nächsten Tag nach Hause entlassen werden.

Bitte achten Sie darauf, dass Ihre Vierbeiner keine Maiskolben verzehren!


Ein junger Berner Sennenhund wurde uns vorgestellt wegen Lahmheit an der Vordergliedmasse. Im Röntgen stellte sich heraus, dass er eine Entwicklungsstörung der Verknöcherung im Ellbogen (ununited anconaeal processus) hatte, was eine Form der Ellbogendysplasie darstellt. 

In der Operation wurde das lose Knochenstück mit einer Schraube fixiert und die Ulna (Elle) wurde durchtrennt, um die Belastung des operierten Knochens zu reduzieren.

Nach einigen Wochen schonen und Aufbautraining läuft der Hund ohne Lahmheit.


Meerschweinchen Lola wurde uns vorgestellt wegen einer nässenden Hautentzündung, Juckreiz und reduziertem Verhalten. 

Sie präsentierte sich bei der Untersuchung mit offenen Hautwunden, Haarverlust und Verdickung der Haut am Hals (siehe Fotos Tag 0). 

Alle Lymphknoten  waren vergrössert und eine Gewebeuntersuchung ergab leider Lymphdrüsenkrebs. Trotz der relativ schlechten Prognose hat sich Lola mit den Medikamenten deutlich verbessert und es geht ihr momentan sehr gut (siehe Fotos nach 2 und 4 Wochen Therapie).


Eine 7-jährige Katze wurde uns vorgestellt wegen Erbrechens, danach reduziertem Appetit, Apathie und Würgen, respektive vermehrtes Schlucken. Da Medikamente keine Besserung brachten, wurde die Katze am nächsten Tag unter einer leichten Narkose endoskopiert. Im Nasenrachen war ein 14cm langer Grashalm, der durch die widerhaken-ähnlichen Strukturen auf der Oberfläche des Grashalms dort fest sass und die Katze ständig störte. Der Grashalm konnte entfernt werden, worauf es dem Patienten sofort besser ging. Dies kommt relativ häufig vor, wenn Katzen draussen Gras fressen, beim gekauften Katzengras eher weniger, weil es keine Widerhaken aufweist, ausschliessen kann man es aber nicht.


Eine 3-jährige Norwegische Waldkatze wurde uns vorgestellt, weil sie seit einigen Wochen einen reduzierten Allgemeinzustand zeigte, der sich ganz langsam verschlechterte. Das Fell war nicht mehr schön, die Katze bewegte sich immer weniger und seit einem Tag hatte sie Probleme mit der Atmung, sie frass aber noch. Das Geschwistertier war vor einem Jahr plötzlich verstorben. 

Bei der klinischen Untersuchung war die Katze stark apathisch, hatte eine sehr oberflächliche und schnelle Atmung. Auf dem Röntgenbild konnte man eine Flüssigkeitsansammlung im Brustraum erkennen. Mittels Ultraschall konnte die Flüssigkeit und beim Herz eine Erweiterung der Vorhöfe dargestellt werden (im Bild 1 und 2). Leider hat sich der Zustand des Patienten trotz Absaugens der Flüssigkeit und der Gabe von Medikamenten nicht verbessert und sie wurde von ihrem Leiden erlöst.

Leider treten bei dieser Rasse vermehrt Herzerkrankungen auf, eine genetische  Vererbung ist daran beteiligt, was auch den plötzlichen Tod des Geschwistertieres erklären kann. 

Es besteht die Möglichkeit mittels Gentest im Blut und Ultraschalluntersuchungen das Risiko einer Erkrankung abzuschätzen. 


Hier handelt es sich um eine mikroskopische Aufnahme eines Haarlings (gehört zu den Läusen) von einer jungen Katze. Diese ca 1mm grossen, weiss-gelblichen Ektoparasiten können im Fell der Katze gesehen werden und ernähren sich von Hautschuppen, Haaren und Sekreten. Sie verursachen Juckreiz, können aber mit Auftropfpräparaten gut behandelt werden.